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Schon wieder frei,

Aufgeschrieben von Holger am 14. Februar 2006 in

allerdings nicht so ganz freiwillig. Heute geschah das, was ich nach den letzten Wochen in der Firma schon geahnt hatte. Gegen 10:00 Uhr wurde ich von meinem Abteilungsleiter ins Büro meines Chefs gebeten und mir war klar was jetzt geschehen würde. Nach eine kurzen Ansprache wurde mir die betriebsbedingte Kündigung zum 31. März 2006 überreicht. Betretene Stille. In so einer Situation, die sicherlich für alle schwer ist, weis man einfach nicht was man sagen soll. Ich habe die Kündigung dann unterschrieben und mir noch angehört, wie mein heutiger Arbeitstag aussehen wird.

Wie bei uns und in der Branche üblich, wurde ich per sofort freigestellt. Zuerst rief ich dann natürlich Gunnar an, der es auch nicht fassen konnte und räumte dann also meinen Schreibtisch und meinen PC auf. Packte, bzw. löschte persönliche Dinge. Kurz nach dem Gespräch mit der Geschäftsleitung wurden schon mein Mailkonto und der Zugang zum Intranet gesperrt aber ich bekam die Mail mit der Info meiner Entlassung für alle Kollegen noch mit.

Was dann passierte beeindruckte mich mehr als die Kündigung selbst. Kolleginnen kamen weinend in mein Büro, andere drückten mir einfach ihr tiefes Bedauern aus. Pam kullerten auch die Tränen und ich versprach ihr noch wie sonst auch immer, mit ihr Mittag essen zu gehen. Vorher machte ich mit meinem Abteilungsleiter noch eine Kurze Übergabe und drehte dann eine Abschiedsrunde durch die Büros.

Als ich dann gegen 13:00 Uhr nach Hause fuhr, öffnete ich das Cabriodach, ließ die Sonne in den Wagen und atmete tief durch.

Kommentare

Jann meinte am 14. Februar 2006

wieso wurdest du gekündigt?

Tom.tv meinte am 14. Februar 2006

Das ist verdammt hart. Ich wünsch dir alles Gute!

Christian meinte am 14. Februar 2006

Oha, das ist ja ein ganz schöner Hammer! So, das ist nun auch schon genug Negatives!

Ich habe keine Ahnung wie der Arbeitsmarkt in Hamburg für Webdesigner aussieht aber Du hast doch klasse Referenzen: northendelight, hasenbude und was weiß ich ;-) Das wird schon – blos nicht den Kopf hängen lassen. Bringt nichts!

Das mit dem Freistellen ist bei uns auch üblich – man könnte ja aus Rache noch Alles in Schutt und Asche legen. Rein virtuell natürlich.

Die Hintergründe wären sicherlich interessant – wenn Du die irgendwann einmal erzählen magst.

holger meinte am 14. Februar 2006

Oh, also mich als Leser hat das jetzt extrem (negativ) überrascht. Ich drück dir die Daumen für die Zukunft. Ich hoffe auch, dass die Kündigung mit angemessenen Abfindungen etc. gestaltet ist.

Toi toi toi!

The Exit meinte am 14. Februar 2006

oh ja! wegen der abfindung noch mal nachverhandeln. da steckt meistens potential drin! wenn die schon eine 1-a-qualitäts-pixel-künstlerin aus dem haus jagen!

Lacarian meinte am 14. Februar 2006

Oh Mann, das Jahr hat es schon mächtig in sich. Ich bin seit heute offiziell wieder Single und du verlierst deinen Job! Tut mir ehrlich leid! Ich drück die Daumen, dass du schnell etwas neues findest!!

Markus meinte am 14. Februar 2006

oha – das tut mir wirklich leid!
ich kenne dich zwar nicht wirklich, aber schaue des öfteren (regelmäßig) auf eure seite (ist echt klasse!). ich hoffe, du findest bald eine neue stelle, die dir mindestens genauso viel spaß bereitet! toi toi toi =daumendrück=
tschüss,
markus

Zakky meinte am 15. Februar 2006

oh, mann.. drücke die Daumen..

gervelm meinte am 15. Februar 2006

holy shit. mein beileid. mir steht das auch bevor, sobald mein seniorboß in den ruhestand geht. dann legen die 2 stellen zu einer zusammen und kicken den besserverdienenden raus. hab vielleicht noch 2 jahre :-)

hoffe geht alles gut nach hausbau und so. drücke euch beiden die daumen.

liebe grüße ausm mittelwesten,

gervelm

Tim meinte am 15. Februar 2006

Bewundernswert, dass Du so offen darüber sprichst. Viele Menschen fassen so etwas ja leider fälschlicherweise als Makel auf, den sie sich selbst zuzurechnen haben. Dabei kann es ja nun wirklich jeden treffen – und dass die fachlichen Qualitäten mit so etwas nichts zu tun haben, sollte eigentlich jedem klar sein.

Besonders erschreckend finde ich die Art der Behandlung – Gespräch, Sachen packen, raus. Das ist generell keines Menschen würdig, und Du, Holger, hättest das sicherlich am wenigsten verdient.

ich kann mich meinen vorrednern nur anschließen und sagen, dass es mir sehr leid für dich tut. aber gute leute wie du werden immer gebraucht – dein nächster job kann also nicht weit sein. zusammen mit deinem hasen wirst du die sache in den griff kriegen, und spätestens in ein paar monaten wird sich alles zum guten gewandelt haben. wetten?

holger (Autor des Artikels) meinte am 15. Februar 2006

Vielen Dank, für die vielen aufmutternden Worte. Obwohl ich natürlich die Hasenohren nicht hängen lasse, tut sowas richtig gut.

Das ich hier nicht genauer auf Einzelheiten der Kündigung eingehen kann und werde, versteht Ihr hoffentlich. Nur soviel: sie ist betriebsbedingt und hat nichts mit meiner Person zu tun. Meine Stelle wurde quasi gestrichen.

Hans-Georg meinte am 15. Februar 2006

@tim:
sachen packen und raus – das hört sich zwar krass an, ist aber in vielen bereichen durchaus üblich. der betroffene könnte aus wut über die kündigung einige böse dinge anstellen, z.b. die rechner infizieren, kundendateien für einen späteren job missbrauchen usw. dafür will man natürlich keine gelegenheit geben.
ich will holger und niemandem sonst unterstellen, dass sie so reagieren würden. aber die unternehmen sichern sich aus verständlichen gründen ab. das hat nichts mit unmenschlickheit zu tun.
es ist mir übrigens auch schon mal passiert: nach einer woche urlaub kam ich morgens ins büro und nach 30 minuten war ich wieder auf dem heimweg. allerdings hatte ich nach 3 tagen einen neuen job, in dem ich heute, nach mehr als 12 jahren, immer noch tätig bin.
ich wünsche holger, dass er auch recht schnell eine neue zufriedenstellende tätigkeit findet.

Tim meinte am 15. Februar 2006

@ hans-georg:

die schlechtigkeit der welt ist mir naivem huhn zum glück noch unbekannt… ;-) im ernst: verständlich ist das. ob es auch menschlich anständig ist, darüber ließe sich streiten.

Hans-Georg meinte am 15. Februar 2006

@tim:
ich kann mir auch vorstellen, dass es manchem arbeitnehmer auch nur recht ist, nicht mehr in einer firma arbeiten zu müssen, in der er eh nicht mehr erwünscht ist.
noch folgendes zu diesem thema: auch wenn du selbst kündigst kann es geschehen, dass du gleich deinen arbeitsplatz aufräumen und die schlüssel abgeben darfst. das ist genauso üblich, wie bei einer kündigung durch den arbeitgeber.

Tom meinte am 15. Februar 2006

ach du Kacke… das ist ja übel :-(. Ich drücke alle Daumen, dass du bald was passendes findest!!

Toby meinte am 16. Februar 2006

Ich hoffe nur, dass du nicht gekündigt worden bist, nur um die Akienkurse zu pushen. Das ist heute leider auch üble Praxis.

Diees Sachen sofort räumen und packen müssen – finde ich wirklich krass und tut mir echt leid für dich – erinnert mich an den Klassenkampf aus dem 19. Jahrhundert. Können wir so etwas nicht endlich überwinden? Müssen wir uns immer noch auf ein solches Niveau begeben?

Alles gute für dich! Tut mir echt leid :-(

Häuslebauer meinte am 13. März 2006

Dass Du in Deinem Job gut bist, ist offensichtlich. Deshalb sieh es positiv: Die haben Dein Potential nicht erkannt, Du warst dort ohnehin vermutlich nicht auf dem richtigen Platz.

Ich kenne die Jobsituation in Deiner Branche nicht, wünsche Dir aber (auch wegen dem Hausbau), dass Du nicht allzulange “Leerlauf” hast.

Micha meinte am 14. März 2006

ich war jetzt lang nicht mehr hier und diese nachricht schockt mich…
drück dir auch die daumen und wünsche dir viel erfolg bei der suche..
einem freund von mir ist es letztes frühjahr ähnlich ergangen (ebf. IT-Branche) , er steht seit 1.12. wieder im Job, zwar zu schlechteren Bedingungen, dass läßt sich heute leider kaum vermeiden.

Lieben Gruß und viel Glück, denn Können reicht allein leider heute nicht mehr, ich denke wenns nach dem Können ginge, hättest du sicher sehr schnell einen neuen Arbeitsplatz

Micha

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