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Bloginterview mit Oliver von Ollitalk

Aufgeschrieben von Holger am 24. Mai 2009 in und

Hier kommt nun das sechste Bloginterview und ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich für die vielen lobende Worte für diese Aktion bedanken. Aber heute geht es nicht um mich, sondern um Oliver von Ollitalk.

1. Dein Blog ollitalk.lomologie.de kenne ich schon sehr lange. Seit wann blogst du und was hat es mit der Lomologie in der Url auf sich?

Sehr lange trifft es. Ich blogge seit dem 12.09.2003. und das ganz artig auf der ollitalk. Das Layout hat sich in dieser Zeit nur einmal geändert. Ich weiß es noch als ob es gestern gewesen wäre. Habe damals zum Geburtstag vom Elsch ein ziemlich schweres Geschenk bekommen, das ich schlicht weg nicht verstanden habe: ein Stein mit dem Link drauf. Und Gott sei Dank einer Erklärung was ein Blog eigentlich ist, denn in meinem zarten Alter hatte ich von online tuten und blasen keine Ahnung. Als der Elsch und ich uns kennenlernten (man war das eine süße Geschichte) war klar das wir eine gemeinschaftliche Leidenschaft haben: das Fotografieren. Elsch hat mich dann zur Lomografie gebracht. Als wir damals begannen unsere “Werke” in Galerien auszustellen musste ein Name her. Wir erklärten diese Art der Fotografie schlicht weg zu Wissenschaft (Lomologie) und selber wurden wir zu den Lomologen. Inzwischen produziere ich keine Lomos mehr, leider, denn meine geliebte LCA ist dem großen Pfingsthochwasser 2007 zum Opfer gefallen.

2. Die schönsten Geschichten schreibt ja bekanntlich das Leben, und so lesen wir mitunter sehr haarsträubende Dinge die dir im Alltag geschehen. Ich denke da an eine sehr entgegenkommende Glasscheibe oder einen brennenden Trainingsanzug? Ziehst du solche Dinge an und wie heißt dein Glücksengel der dafür sorgt, das nicht mehr passiert?

Ich glaube nicht das ich solche Dinge anziehe, ich bin mir sehr sicher das viele urkomische Sachen auch den meisten Anderen passieren, aber ich glaube das vielen Menschen eine wichtige Sache fehlt: die Selbstironie über solche Dinge lachen zu können. Und dann fehlt ihnen natürlich noch ein eigenes Blog um es zu kommunizieren. Jedes Drama hat durchaus eine komische Seite.

3. Solche Geschichten sind natürlich ein Segen für jedes Blog (wenn man sich denn traut sie zu veröffentlichen). Sie machen es spannend und interessant. Aber was machst du wenn mal Flaute herrscht?

Wenn mal Luft ist, versuche ich konzeptionell mein Blog zu bearbeiten. Zum Beispiel die Idee mit der “Aktion gegen einsame Briefkästen“. Flauten sind aber irgendwie selten. Ganz ehrlich, ich würde mir mal eine solche wünschen, denn dann könnte ich anfangen die ganzen kreativen Ideen umzusetzen die im Kopf kreisen. Derzeit reifen tief in mir die Gedanken eine Art “Mini Telenovela” zu produzieren und im Rahmen eines Blogs zu veröffentlichen. Oder eine Art Fortsetzungsroman in Form eines Blogs (alles fiktiv).

4. Um dich von Deinen Abenteuern im Alltag zu erholen bist du sehr viel auf diversen AIDA-Schiffen unterwegs. Was reizt dich gerade an dieser Art Kreuzfahrt oder würdest du auch gern mit der QM2 tauschen?

Cool, man fährt 2mal und schon prägt man das Bild des ewigen Kreuzfahrers. Lach, das finde ich gut. Muss dran liegen das ich manche Themen wohl ziemlich ausreize. Die AIDA Sache hat sich im Kreise drei wirklich guter Freunde entwickelt (die Fantastic Four), haben das letztes Jahr zu viert ausprobiert und mussten feststellen, das es sich dabei um das perfekte Konzept handelt uns vier absolut unterschiedliche Typen gerecht zu werden. Aktion, Entspannung, Kultur und so was halt. Ganz ehrlich QM2 Southampton ‘ NYC wäre ein absoluter Traum. Irgendwann wenn ich mal groß bin…

5. Welche Themen sind in deinem Blog tabu?

Natürlich interne Dinge aus´m Büro. Sex wäre auch so was, vielleicht mal eine anzügliche Bemerkung mehr aber nicht. Ich habe vor einem Jahr begonnen manche persönlichen Beiträge Passwort zu schützen. Das ich aber gerne jedem regelmäßigen Leser mitteile der mir halbwegs bekannt ist.

6. Du blogst unter deinem richtigen Namen. Wie würde dein Blog aussehen wenn du anonym bloggen würdest?

Oh je, ganz ehrlich keine Ahnung. Ich denke da würde so rein gar nichts aussehen, denn meiner Meinung nach lebt mein Blog nur gerade weil es persönlich ist. Und das geht nur wenn da auch eine Person dahinter steht. Reine Konzept oder Themenblogs langweilen mich recht schnell.

7. Hast du durchs bloggen schon mal irgendwie Probleme bekommen, sei es durch Freunde, Familie oder Arbeitskollegen?

Ja, durchaus. Aber irgendwie waren das alles Anfängerfehler meinerseits. Ein Blog bedeutet schon so was wir Verantwortung im Umgang mit Medien und ich bin ja eher der Typ der sich kopf über in etwas hineinstürzt und schaut was passiert, da holt man sich auch mal blaue Flecken.

8. Hast du einen Lieblingsbeitrag in deinem Blog?

Natürlich liebe ich alle meine Beiträge, aber… Mein Beitrag “Wintersperre” vom 04. Januar 2005. Das war der erste, extrem persönliche Beitrag, von dem ich behaupte das er mir sehr, sehr geholfen hat mit verschiedenen Themen abzuschließen. Der Beitrag hatte damals viel bewegt, verschaffte es doch selbst sehr engen und guten Freunden einen Eindruck davon, das es mir gar nicht gut ging. Hat wohl so keiner mitbekommen. Aber auch sehr schön im weieteren Verlauf der Ollitalk zu sehen wie sich doch alles zum Guten wendet und wie stark man das selber beeinflussen kann.

9. Gibt es ein Thema über das du gerne mal schreiben würdest, was aber bisher aus welchem Grund auch immer noch nicht geklappt hat?

Eigentlich würde ich total gerne über meine 2. Identität als Geheimagent der BRD schreiben, aber das darf ich nicht, müsste ich doch im Anschluss jeden Leser beseitigen.

10. Was bedeutet dir der persönliche (virtuelle oder reale) Kontakt zu deinen Lesern?

Diese Kontakte sind in Gold nicht aufzuwiegen. Habe es ja in den letzten Jahren öfter erlebt irgendwo fremd zu sein, aber etwas was immer Beständig war ist das Blog und seine Besucher. Und daraus haben sich einige wirklich tolle Kontakte entwickelt. Auch wenn ich noch ein paar Blogger auf meiner Liste habe, die ich unbedingt mal persönlich kennen lernen will/muss/sollte. Egal ob die das wollen.

Viele Leser würde jetzt bestimmt auch noch interessieren von wo aus du deine Beiträge verfasst. Zeigst du es uns?

Die meisten Beträge schreibe ich tatsächlich Abends beim zu Bett gehen. Klingt komisch, ist aber so.

Vielen Dank für das Interview.

Kommentare

Hans-Georg meinte am 26. Mai 2009

Oliver, sieht dein Arbeitsplatz immer so ordentlich aus oder wurde er extra für das Foto für dieses Interview hergerichtet?

Oliver meinte am 26. Mai 2009

nein dieser Arbeitsplatz ist immer ordentlich, na ja, wahlweise mit zerwühlter Bettdecke ;-)

spontiv meinte am 28. Mai 2009

Bett = Arbeitsplatz! Interessant :)

Mir gefällt diese kleine Serie hier immer besser, bin mal gespannt wer noch so auftaucht.

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