Was wäre die Blogosphäre ohne das Juliusblog, das uns immer so wunderbar auf den Eurovision Song Contest vorbereitet oder live im Blog DSDS kommentiert.
Heute nun das Interview mit Julius.

1. Julius’ Blog ist unter xtextexte.de zu erreichen. Hast du dich bei der Anmeldung zu dieser Domain verschrieben, oder welche Bedeutung hat xtextexte (Das mit dem Nachtwassertier habe ich nämlich nicht verstanden)?
Nein, ich habe mich nicht verschrieben :D Zu dem Zeitpunkt, als ich mein Blog eingerichtet habe, hatte ich die frankokanadische Fernsehserie
Le cœur a ses raisons “Das Herz hat seinen Gründe” für mich entdeckt. Das ist eine sehr skurrile Parodie auf Telenovelas und Seifenopern. In einer Folge spielen Brett und Criquette Srabble. Sie legen mit den Steinen keine sinnvollen Wörter. Auch legen sie die Steine nicht aneinander, sondern quer übers Spielfeld verstreut. Alle von ihnen gelegte Wörter sind Nachtwasserfische, die es praktisch betrachtet gar nicht gibt. Dazu gehört
xtextexte, aber auch
waquete und
fffiffu. Nach letzterem habe ich übrigens meinen
Ich-mach-mehr-Sport-Plan benannt.
2. Welchen Grund hattest du mit dem Bloggen anzufangen? Gab es Vorbilder?
Mein erstes Blog hatte ich im Frühjahr 2006 bei Blogspot. Mit zwei Schulfreunden bin ich damals nach Tallinn (Estland) gefahren und hab auf diese Weise die Daheimgebliebenen mit Bildern und kleinen Wir-leben-noch-Informationen versorgt (
zum Tallinnreiseblog). xtextexte entstand rund ein Jahr später, damals noch bei Wordpress.com. Der Auslöser war, dass ich meine Unifreunde über mein Berufsfeld erschließendes Praktikum berichten wollte. Ich war damals in einer Schule in Nordneukölln, habe nur hospitiert, aber fand das im Vorfeld doch deutlich aufregender und gefährlicher, als es im Endeffekt war. Ob es Vorbilder gab, weiß ich heute nicht mehr. Ich weiß nicht einmal mehr, ob ich zuerst angefangen habe zu bloggen oder regelmäßig andere Blogs zu lesen.
3. Wie viel Zeit verbringst du im Schnitt pro Woche mit deinem eigenen Blog?
Das ist sehr unterschiedlich. Wenn beispielsweise der Eurovision Song Contest ansteht und ich alle 40+ Länder vorstelle, können da schnell zwei bis drei Stunden am Tag zusammenkommen, da ich gleich mehrere Länder bespreche. Und mit dem mehrmaligen Anschauen des Videos dauert das ein bisschen. Momentan habe ich leider nicht so viel Zeit, da das Masterstudium zeitaufwändiger ist als der Bachelor; zudem absolviere ich jetzt schon mein zweites Unterrichtspraktikum.
4. Hast du dir schon mal überlegt mit deinem Blog Geld zu verdienen?
Nein, mit der Idee habe ich mich nicht beschäftigt. Ich denke, ich müsste mich und mein Blog auch grundlegend ändern, damit es Geld abwirft. Ich müsste mich beispielsweise einem sehr spezifischen Thema widmen, damit es für Werbetreibende interessant wäre. Derzeit überlege ich, für meine zukünftige Tätigkeit als Lehrer ein spezifisches Blog einzurichten, in dem Schüler weitergehende Informationen zu verschiedenen Themen und Lehrer vielfältiges Unterrichtsmaterial finden. Aber der Aspekt des Geldverdienens spielt hier für mich überhaupt keine Rolle.
Bei xtextexte bleibe ich lieber ein Gemischtwarenladen, der DSDS live bloggt, sich mit Volksentscheiden auseinandersetzt und auch über interessante Unithemen schreibt. Und im Gegensatz zu Karstadt stehe ich ganz gut da ;)
5. Worüber würdest du in deinem Blog gar nicht schreiben?
Über mein gaaaanz privates Leben. Ich gebe manchmal Einblicke in dieses, aber das reicht dann auch.
6. Wenn man dein Blog regelmäßig liest, ist nicht zu übersehen, dass du ein großer Fan des Eurovision Song Contest bist. Wie kommt es zu dieser Begeisterung?
Ich bin zum Eurovision Song Contest vermutlich gekommen, wie die Jungfrau zum Kind. Wenn ich mich nicht irre, war 1998 mein erster ESC. Damals war ja die große “Guildomenia”. Den im Jahr darauf fand ich sehr langweilig. Richtig dabei bin ich erst seit 2000. Vielleicht ist seitdem die ESC-Musik poppiger geworden, ich weiß es nicht. Heute finde ich es ganz spannend, Musik aus anderen europäischen Ländern kennen zu lernen. Es gibt zwar auch unheimlich viel Schrott, aber immer wieder verstecken sich auch kleine Perlen. Auch sehr spannend finde ich, wenn sich die Gastgeberländer präsentieren. Die Verkündung der Ergebnisse ist leider nicht mehr so aufregend, seitdem nur noch die letzten drei Punkte angesagt werden, aber andererseits möchte ich nicht wissen, wie lange man bei 42 Ländern vor dem Fernseher säße.
7. Was bedeutet dir das Feedback deiner Leser?
Ich finde Feedback immer ganz spannend: Man diskutiert über bestimmte Aspekte mit zum Teil ganz unterschiedlichen Meinungen. Meine Leser helfen mir aber auch weiter, wenn ich mich an die große weite Welt mit einer Frage wende. Etwas schade ist es irgendwie, dass ernsthafte Beiträge fast nie kommentiert werden, Blödelinhalte hingegen ja. Mittlerweile habe ich mich aber damit “abgefunden”. Mir als Wenigkommentieirer geht es ja ähnlich, dass man eher auf skurrile Sachen reagieren kann. Bei anderen denkt man sich: “Das sehe ich genauso!”, aber das nicht.
8. Hast du durchs bloggen schon mal irgendwie Probleme bekommen, sei es durch Freunde, Familie oder Arbeitskollegen?
Nein, Probleme nicht. Bei Youtube hatte ich ein Video von der Führung durch das finnische Parlament eingestellt, das ich auch in mein Blog eingebunden hatte. Mitarbeiter des Parlaments haben mich dann freundlich gebeten, dieses Video zu entfernen, dem bin ich dann auch nachgekommen.
9. Was war Dein schönstes Blog-Erlebnis?
Ich finde, das schönste Erlebnis am Bloggen ist, wenn man die Menschen hinter den anderen Blogs kennen lernt. Klingt abgedroschen, ist aber wirklich so. Sehr schön fand ich auch die Ereignisse, zu denen ich live gebloggt habe. Man sitzt allein zuhause und schaut eine Sendung, aber man ist eben doch nicht allein.
10. Ok, das ist jetzt gemein, aber hast du einen Lieblingsbeitrag in deinem Blog?
Einen Lieblingsbeitrag als solchen habe ich nicht, aber ich könnte mir stundenlang meine Wolkenfotos anschauen, seien sie aufgenommen über der
Ostsee, der
Nordsee oder über
Berlin.
Viele Leser würde jetzt bestimmt auch noch interessieren von wo aus du deine Beiträge verfasst. Zeigst du es uns?

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.
Ich habe zu danken, das ich bei dieser sehr interessanten Aktion mitmachen durfte!
Hmm. Punkt 9 kann ich unterschreiben. Ohne Bloggen hätte ich den ein oder anderen – gerade auch Julius – nie kennengelernt.