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Bloggen in Zeiten von Twitter

Aufgeschrieben von Holger am 11. März 2010 in und

Ich weiß gar nicht wann ich das erste mal etwas von Twitter gehört habe. Spielt auch keine Rolle, für mich war aber eines klar: als ich merkte, dass all die jenigen deren Blogs ich gerne las auch das Twittern anfingen, wusste ich, dass sich das auf die Blog selbst erheblich auswirken würde, meistens negativ.
In einigen Blogs erschienen nur noch Tweets, über anderen hörte man das Kreischen der Assgeier, die gleich über das sterbende Blog herfallen werden. Ich möchte Twitter nicht verteufeln, denn auch hier prangt auf der Seite das babyblaue „t“,aber ich möchte zum Ausdruck bringen, dass ich das aus Twitter resultierende Blogsterben sehr schade finde.

Ich würde dies hier nicht schreiben, wenn ich mich nicht selbst davon überzeugt hätte. Als ich meinen Twitter-Account eröffnet habe, dann mit der Absicht neue Leser in dieses Blog zu bekommen indem jeder neue Beitrag dort kurz angetwittert wird. Damit aber Leute deine Tweets lesen, musst du erst mal genügend Follower bekommen. Die bekommst du indem du, z.B. anderen Twitterern folgst, die und vielleicht ein Teil von deren Followern wiederum dir folgen (u.U.). Eine Art Schneeball-Prinzip also. Da das natürlich auch Zeit kostet, gibt es Tools mit denen man ganz schnell hunderten von Twitterern folgen kann, man sollte seine Liste aber von Zeit zu Zeit mal aufräumen (auch da gibt’s praktische Tools für).

Ah, ich schweife ab. Ich fing also auch an ein wenig zu twittern, denn hier fand ich ja einen großen Teil derer, deren Blogs ich früher so gerne las wieder. Irgendwann folgte ich mehr als hundert Leuten und konnte mir ein Bild davon machen, was hier so abging. Um die ganzen tweets wenigstens einigermaßen unter einen Hut zu bekommen installierte ich mir tweetdeck.

Ich merkte schnell,

  • wenn ich alle Tweets lesen wollte, müsste ich Vollzeit-Twitterer werden (allerdings würde ich dann wohl durchdrehen)
  • Die meisten Tweets sind einfach nur banale Äußerungen wie „ hey hier schneits wieder“ oder „geh mir dann mal meinen fünften Kaffee holen“
  • Extrem viele Leute nutzen Twitter anscheinend als Chatprogramm. Kein Wunder das sich bei mir im ICQ kaum noch einer sehen lässt
  • Den meisten Tweets versteht man nicht, weil man den Zusammenhang nicht kennt
  • Twitter ist eine große Zeitverbrennungsmaschine

Der Vorteil von Twitter ist natürlich, das man sehr schnell seinen Gedanken freien Lauf lassen kann und die die es interessiert, können ihren Senf dazu lassen. Beim Bloggen ist das meistens etwas anders. Das schreiben dieses Beitrages dauert mittlerweile (mit drüber nachdenken) über 30 Minuten, da hätte ich bestimmt 60 Tweets verfassen können.

Persönlich twittere ich nur noch äußerst selten, die Blogbeiträge werden dort automatisch gepostet. Bloggen macht mir viel mehr Spaß.

Kommentare

Hans-Georg meinte am 11. März 2010

Ich hab mich ja für Twitter nie interessiert. Mir ist das zu oberflächlich.

Bernie meinte am 11. März 2010

genau meine Meinung und deswegen schauen wir weiterhin alle schön fleißig auf Deinem Top Blog vorbei…

und natürlich genauso gerne auch bei Euch im Real Life ;-).

Schönen Wochenausklang von den Sörnies

Knuddel

Holgi meinte am 12. März 2010

Also mir erschliesst sich nach wie vor der Sinn von Twitter nicht wirklich. Ich hab zwar auch ein kleinen Twitter-Selbstversuch gestartet aber ich erkenne nach wie vor kaum einen Sinn darin. Klar kann ich SMS-like Texte in die Welt blöken … nur warum und wozu sollte sich dafür jemand interessieren? gerade die Limitierung auf eine SMS-grösse begrenzt zu arg um wirklich Gedanken auszudrücken.
Also ich bleib dabei ab und an Blogs zu lesen und bei Bedarf zu kommentieren. Twitter wird bei mir ziemlich sicher einschlafen. Ich brauch das nicht.

Jekylla meinte am 12. März 2010

Wenn man mich vor die Wahl stellen würde, twitter oder Blog, würde immer das Blog gewinnen.

Smirne76 meinte am 12. März 2010

Twitter und Blogs sind komplett zwei verschiedene Sachen, die nichts miteinander zu tun haben. Sicher gab es eine Veränderung in der Blogosphäre durch Twitter. Blogbeiträge “Hey, schaut Euch das mal an, das hab ich hier gefunden” gibt es nicht mehr, denn das wird über Twitter verbreitet. Meiner Meinung nach ist das kein Verlust, sondern ein Vorteil zugunsten längerer und besserer Blogbeiträge.

Andersrum kann ich aber in Twitter nicht das ausdrücken, was ich in Blogbeiträgen zum Ausdruck bringen will. Zum Einen, weil der Tweet relativ schnell wieder verschwindet, zum Anderen, weil die Archivierung und Sortierung in einem Blog einfach ganz anders ist und deshalb die Beiträge auch dauerhaft leichter auffindbar sind.

Twitter ist und bleibt ein Kurznachrichtendienst. Schlimmer als die Interaktion der Tweeple untereinander (was teilweise bis zum Chat-Missbrauch reicht) finde ich jedoch, dass Twitter extrem für Marketing missbraucht wird. Aber das kann man ja blocken.

Patrick meinte am 12. März 2010

Wieder ein neues Wort kennengelernt: Tweeple...

Lena meinte am 14. März 2010

Ich würde auch sagen,das twittern und bloggen zwei unterschiedliche Dinge sind,die jedoch Berührungspunkte haben.Bei so manchem Twitterer erschließt sich mir der Sinn und Zweck seines Twitterns auch überhaupt nicht.
Für Personen die sich aber beispielsweise künstlerisch-musiklalisch (oder anderweitig) betätigen,ist Twitter unbestritten eine gute Möglichkeit neues Publikum zu erreichen und dieses über Releases etc. auf dem laufenden zu halten.Ich z.B.folge Musikern aus dem Electro-Bereich und einigen Nachrichtensendern.Die Kurzinfo ist für beide Bereiche zunächst ausreichend und gut,will ich mehr wissen dann kann ich den begefügten Link anklicken und die Nachrichten ausführlich lesen.
Auf euren Blog komme ich aber trotzdem immer wieder gerne,dafür brauche ich keinen Hint von Twitter,und ich glaube Menschen die einen Blog sehr mögen bleiben ihm auch so oder so treu.
Um von Twitter einmal kurz abzuschweifen,ich habe euren Blog per Social RSS in mein FB-Account integriert um auch immer schön (ohne 140 Zeichen-Limit) auf dem laufenden zu bleiben.Liebe Grüße!^^

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