Bloggen in Zeiten von Twitter |
Ich weiß gar nicht wann ich das erste mal etwas von Twitter gehört habe. Spielt auch keine Rolle, für mich war aber eines klar: als ich merkte, dass all die jenigen deren Blogs ich gerne las auch das Twittern anfingen, wusste ich, dass sich das auf die Blog selbst erheblich auswirken würde, meistens negativ.
In einigen Blogs erschienen nur noch Tweets, über anderen hörte man das Kreischen der Assgeier, die gleich über das sterbende Blog herfallen werden. Ich möchte Twitter nicht verteufeln, denn auch hier prangt auf der Seite das babyblaue „t“,aber ich möchte zum Ausdruck bringen, dass ich das aus Twitter resultierende Blogsterben sehr schade finde.

Ich würde dies hier nicht schreiben, wenn ich mich nicht selbst davon überzeugt hätte. Als ich meinen Twitter-Account eröffnet habe, dann mit der Absicht neue Leser in dieses Blog zu bekommen indem jeder neue Beitrag dort kurz angetwittert wird. Damit aber Leute deine Tweets lesen, musst du erst mal genügend Follower bekommen. Die bekommst du indem du, z.B. anderen Twitterern folgst, die und vielleicht ein Teil von deren Followern wiederum dir folgen (u.U.). Eine Art Schneeball-Prinzip also. Da das natürlich auch Zeit kostet, gibt es Tools mit denen man ganz schnell hunderten von Twitterern folgen kann, man sollte seine Liste aber von Zeit zu Zeit mal aufräumen (auch da gibt’s praktische Tools für).
Ah, ich schweife ab. Ich fing also auch an ein wenig zu twittern, denn hier fand ich ja einen großen Teil derer, deren Blogs ich früher so gerne las wieder. Irgendwann folgte ich mehr als hundert Leuten und konnte mir ein Bild davon machen, was hier so abging. Um die ganzen tweets wenigstens einigermaßen unter einen Hut zu bekommen installierte ich mir tweetdeck.
Ich merkte schnell,
- wenn ich alle Tweets lesen wollte, müsste ich Vollzeit-Twitterer werden (allerdings würde ich dann wohl durchdrehen)
- Die meisten Tweets sind einfach nur banale Äußerungen wie „ hey hier schneits wieder“ oder „geh mir dann mal meinen fünften Kaffee holen“
- Extrem viele Leute nutzen Twitter anscheinend als Chatprogramm. Kein Wunder das sich bei mir im ICQ kaum noch einer sehen lässt
- Den meisten Tweets versteht man nicht, weil man den Zusammenhang nicht kennt
- Twitter ist eine große Zeitverbrennungsmaschine
Der Vorteil von Twitter ist natürlich, das man sehr schnell seinen Gedanken freien Lauf lassen kann und die die es interessiert, können ihren Senf dazu lassen. Beim Bloggen ist das meistens etwas anders. Das schreiben dieses Beitrages dauert mittlerweile (mit drüber nachdenken) über 30 Minuten, da hätte ich bestimmt 60 Tweets verfassen können.
Persönlich twittere ich nur noch äußerst selten, die Blogbeiträge werden dort automatisch gepostet. Bloggen macht mir viel mehr Spaß.










Ich hab mich ja für Twitter nie interessiert. Mir ist das zu oberflächlich.