CSD Köln 2003 |
06.07.2003
Der Wecker machte uns um 6:30 wach. Ziemlich früh für einen Sonntag, aber wir wollten halt den Anfang der Parade um 12:00 Uhr mitbekommen. Wir führen mit der Bahn nach Köln, wollten vorher aber noch Jan und Joe, Freunde von Micha einsammeln. Durch die Bahnverspätung kamen wir da aber erst gegen 11:55 an. Joe passte es auch nicht, dass er um diese Zeit noch nicht los war, aber einige mussten sich noch ein wenig zurecht machen. Dementsprechend war seine Stimmung auch. Ähnlich ging es Gunnar und mir, denn schließlich wollten wir zumindest einen Teil der Parade mitgehen. Mit einem Glas Sekt versuchten wir die Stimmung zu retten, ein zweites folgte. Da wir jetzt eh schon etwas spät dran waren, machte es auch nicht mehr so viel, dass wir nicht zum Anfang der Parade gingen, sondern in der Stadt auf den Zug warteten. Da wir dort noch mit Freunden von Jan und Joe verabredet waren, gingen wir zum verabredeten Treffpunkt.
Ach ja das Wetter. Anfänglich noch ziemlich trübe riss plötzlich der Himmel auf. Es wurde wärmer und wärmer und die Sonne powerte ordentlich los. Micha wird da Tage später noch was von haben.
Nach dem wir eine ganze Weile gewartet hatten, kamen erst die Dykes on Bikes und dann lange wieder nichts. Zum Fotografieren war unsere Position am Straßenrand nicht so ideal, es sei denn, man hätte in der ersten Reihe gestanden, aber dort wurde man entweder von Passanten, denen man die Sicht nahm angepöbelt, weggeschubst oder von den wenig abgesicherten Trucks überfahren. Wir fanden später aber einen Platz, wo die Leute etwas besser drauf waren. Dort machten wir auch die Bekanntschaft von Claudia und Barbara, die uns baten doch vor uns zu dürfen, damit sie wenigstens etwas mitbekamen. Wer so liebt bittet, den lassen wir auch gern vor, nur gegen drängeln und blöd rumlabern haben wir was. Durch die Beiden und durch die vorbeifahrenden, leichtbekleideten Junx, wurde unsere Stimmung wieder besser und so verzichteten wir auch auf unser Vorhaben noch mit dem Zug mitzuziehen. Es scheint in Köln auch nicht so üblich zu sein. Man, ob homo oder hetero betrachtet das Geschehen wohl lieber vom Rande aus. Auch eine neue Erfahrung für uns, denn in Hamburg läuft man eigentlich mit.

Als die Parade zuende war gingen wir noch zum Heu- oder Neumarkt oder beiden und ließen die Stimmung auf uns wirken. Es war sehr voll und es machte den Eindruck, als ob die ganze Stadt mitfeiert. Auf einem der o.g. Märkte trafen wir dann auch Kölnboy Torsten, seinen Freund Aaron und Martin d* Autriche. Schon verwunderlich, das man sich bei einer so großen Menge an Menschen über den Weg läuft und dann auch noch erkennt… Tja, Blogger halt ;-) Mit Martin schmiedete Gunnar schon Pläne für unseren Winterurlaub…
So gegen halb acht machten wir uns wieder auf den Weg nach Recklinghausen, denn Olaf, der auf der Parade nicht dabei war, wartete mit dem Essen bereits auf uns.
Alles im allen war es dann doch noch ein schöner und interessanter Tag trotz der leichten Anlaufschwierigkeiten. Welcher CSD mir nun besser gefällt, kann ich nicht so genau sagen. Der Hamburger ist zwar auch groß, aber trotzdem “gemütlicher”. Das Zuschauen am Rande ist genauso unproblematisch wie das Mitlaufen. Man kommt ohne blaue Flecken in den Zug und auch wieder raus. Sehr schön in Hamburg ist auch die traditionelle lange Pause in der Hamburger City, bei der die Mitläufer neue Energie für den Entspürt tanken und die Toiletten der Lokale und Kaufhäuser stürmen können, während die erstaunten Wochenend-Shopper sich die “Exoten” anschauen.
Aber trotzdem hat Köln auch was. Es ist viel größer und vom Gefühl her überall. Beim nächsten mal werden wir dann aber auch wirklich mitlaufen um zu sehen ob Köln auch aus dieser Perspektive mit Hamburg mithalten kann.
In diesem Sinne Kölle Aloha.

