Reisebericht Amsterdam

Aufgeschrieben von Holger am 7. Mai 2004 in

29. + 30.04 + 01.05.04

Ich war noch gar nicht so richtig wach, als uns Jörn Und René am Donnerstagmorgen um 5:00 Uhr früh abholten. Frühstücken mochte ich auch noch nicht, also ging es erstmal nüchtern Richtung Amsterdam. Kurs hinter der Grenze war dann erste Pause und der Appetit auch wieder da.

Gegen halb elf kamen wir dank Gunnars mobilen Navigations-Systems zielsicher an unserem Hotel in Amsterdam an. Wir konnten zwar schon einchecken, aber noch nicht auf die Zimmer. So ließen wir das Gepäck also erstmal dort im Gepäckraum und lösten unser Parkproblem. Das Hotel das fast im Zentrum lag verfügte über keinen Parkhaus und öffentliche Parkplätze sind in Amsterdam sehr teuer: 3.20 Euro/Std. oder 28 Euro/Tag, ansonsten Parkkralle. Man gab uns aber den Tipp etwas außerhalb in Diemen Noord kostenlos zu parken und dann mit der Straßenbahn in die Stadt zu fahren. Ein Tipp dem wir gerne folgten.

Das Wetter am Donnerstag war nicht schön. Es war bedeckt, kühl und windig, was uns aber nicht davon abhielt Amsterdam zu erkunden. Man merkte schon, dass am nächsten Tag der Geburtstag von Juliana, der kürzlich verstorbenen Mutter von Königin Beatrix ist, denn auf dem Marktplatz war ein Jahrmarkt aufgebaut und viele Lokale und Geschäfte waren schon in der Nationalfarbe Orange geschmückt, andere waren fleißig dabei.

Abends tat mir vom Schlendern schon der Rücken weh, also war der Vorschlag irgendwo was zu essen eine gute Idee. Schwierig war es nur das passende Restaurant zu finden, bzw. sich für eines der vielen zu entscheiden. Bei vier Leuten ist es manchmal nicht einfach eine Entscheidung zu treffen, wenn keiner die Verantwortung übernehmen oder bestimmen will. Nachdem wir dann ca. fünfmal um den Block gegeistert waren, entschieden wir uns für ein Steakhaus. Das Essen war lecker und alle waren glücklich. Also, geht doch.

Den Abend ließen wir in einem Biergarten am Marktplatz ausklingen.

Am Freitag verließen wir gegen 9:00 Uhr das Hotel, das Gepäck durften wir noch bis zum Nachmittag dort lassen. Statt für 14.50 Euro im Hotel zu frühstücken gingen in ein nahes Café. Gut gestärkt machten wir uns auf in den Geburtagstrubel. Das Wetter spielte auch mit. Die Sonne begrüßte uns und so wanderten wir gemütlich noch mal größtenteils die Wege ab, die wir gestern Abend schon gegangen sind, Amsterdam ist nicht so groß. Etwas verwundert waren wir wie die Amsterdamer diesen offiziellen Feiertag begehen: sie machen Flohmarkt und das über die ganze Stadt verteilt! Die die keinen Trödel verkaufen, ziehen sich Orange an, bekiffen oder betrinken sich. Ok, ich übertreibe ein wenig, aber man riecht das Gras wirklich an jeder Ecke. Dieser für uns etwas unangenehme Geruch stieg einem in der Stadt aus fast jeder Kneipe in die Nase. Hierzulande undenkbar.

Die zahlreichen Kneipen sorgen mit Ständen vor dem Laden dafür, dass das Heineken fließt. An einigen Platzen waren Bühnen aufgebaut, auf denen DJs auflegten oder Bands auftraten. Da es keine Parade gibt und überall gefeiert wird, folgten wir einfach den Massen und landeten im “Vondels-Park” Hier feierten anscheinend die Familien mit Kindern. Natürlich auch hier Flohmarkt aber statt Bier gab es selbstgebackenen Kuchen und frisch gepressten Orangen-Saft.

Eines fiel uns besonders auf. Obgleich hier tausende von Kinder waren, gab es kein nerviges Geschrei welches man gewohnt ist, wenn in Deutschland auch nur drei Kinder aufeinander treffen oder ein Kind nicht das bekommt was es will. Alle waren glücklich, verkauften ihr altes Spielzeug, tanzten oder zeigten andere Darbietungen.

Da sich Beatrix nicht zeigte und wir genug gesehen hatten machten wir uns gegen Mittag langsam auf den Weg zum Hotel und mit der Straßenbahn zum Auto.
Diese fuhren an dem Tag etwas anders und ließen einfach die Haltestelle an der wir warteten aus.
Als wir dann endlich an der richtigen Station standen, waren wir angenehm überrascht, dass wir heute für die Fahrkarten nichts zu zahlen brauchten. Beatrix lud ein, Danke.

Amsterdam an sich ist schön, wegen der vielen Grachten interessant und zum Ausgehen auch ideal. Uns fiel auf, dass die Stadt aber auch leider ziemlich dreckig ist und z.B. überall Hundekot herumlag.
Natürlich bemerkten wir auch, dass die Radfahrwege etwas breiter sind als die Fußwege.




Unser nächstes Ziel war Köln. Am späten Nachmittag kamen wir im Friends-Hotel an und waren zuerst etwas enttäuscht, denn das nagelneue Hotel schien in einem alten Wohnblock untergebracht.
Als wir aber drin waren und eincheckten, änderte sich unsere Meinung. Alles war sehr modern eingerichtet, dunkles Holz, helle Wände und moderne Kunst an den Wänden. Es roch noch überall nach Farbe und ich denke mal, dass die Betreiber der Hotelkette demnächst auch die Fassade des Hauses renovieren werden.

Nach einer kurzen Verschnaufpause nach der langen Fahrt machten wir uns auf in die Stadt. Kleiner Bummel, Domplatte, Altstadt, im “Schwan” (ist ja eigentlich ‘ne Gans) was essen und weiter zum Heumarkt, eine Kleinigkeit Trinken.

Am nächsten Morgen frühstückten wir erst im Hotel und gingen dann noch mal in die Stadt. Wir hatten uns eine Dombesteigung (509 Stufen), Starbucks (endlich mal wieder) und das Schokoladen-Museum (lecker) vorgenommen. Es war schön warm und die Stadt war nicht so überlaufen, weil ja Feiertag war.



Am frühen Nachmittag ging es denn langsam wieder in Richtung Heimat. Es waren drei nette Tage.

Kommentare

Tom meinte am 7. Mai 2004
Also mein Tipp für Amsterdam ist der jährliche Canal-Pride. Habe ich glaube schon mal erwähnt. Aber lohnt sich wirklich - man erkennt die Stadt kaum wieder und es ist eine tolle Stimmung!!
mo meinte am 8. Mai 2004
streiche: Amterdam setze : Amsterdam Warum heisst die Stadt eigentlich nicht Amsteldam? Der Fluss heisst doch Amstel und nicht Amster.
Raymond meinte am 8. Mai 2004
@MO Amsterdam was founded as a fishing village around the thirteenth century. A dam was built on the river Amstel, hence the name Amstelredam, dam on the river Amstel. Later it became Amsterdam.
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